Am 30. Mai 2017 fuhr der zehnte Jahrgang des Hölty für einen Tagesausflug nach Berlin, um die Hauptstadt politisch und historisch kennenzulernen. Getroffen haben wir uns kurz vor sieben am Lehrerparkplatz an der Welfenallee. Noch verschlafen warteten alle auf die zwei Busse, in denen jeweils zwei Klassen Platz fanden. Kurz nach sieben fuhren wir dann los. Die beiden Busse wurden während der rund vierstündigen Fahrt getrennt, sodass die 10c und die 10d vor den anderen beiden Klassen ankamen.

Wir, die 10a und die 10b wurden bei Ankunft am „Denkmal für die ermordeten Juden“, auch bekannt als „Holocaust-Mahnmal“, abgesetzt. Nach einer kurzen Verschnaufpause wurden wir klassenweise getrennt und erhielten eine Einführung in das Denkmal. Wir sollten durch das Denkmal hindurchgehen, dieses auf uns wirken lassen und uns alle gemeinsam auf der anderen Seite des Platzes treffen. Auf der anderen Seite angekommen, haben wir Eindrücke gesammelt. Unterschiedliche Theorien zur Bedeutung des Kunstwerkes wurden aufgestellt. Herr Hidasi schloss die kurze Diskussionsrunde mit der Deutung, dass das Kunstwerk nicht eindeutig zu interpretieren ist, da kein Denkmal und kein Kunstwerk jemals das ganze Ausmaß des Holocausts darstellen könnten.

Daraufhin gingen wir zum Brandenburger Tor. Dort hatten wir etwas Zeit, Fotos zu machen und das Bauwerk auf uns wirken zu lassen. Dies klappte nur bedingt, da es eine Baustelle genau vor dem Tor gab und man nur dessen obere Hälfte sah, was das Bauwerk jedoch nicht viel weniger eindrucksvoll wirken ließ. Nach den Fotos bekamen wir eine halbe Stunde Freizeit, um ein wenig um das Brandenburger Tor spazieren zu gehen. Einige gingen zu Starbucks, andere kauften sich Eis oder Donuts. Während dieser halben Stunde wurde die ohnehin schon warme Luft schwüler, der Himmel verdunkelte sich, und vereinzelte Tropfen fielen. Nach der Pause ging es dann zum Hintereingang des Bundestages.

Dort angekommen trennte man die Jungs von den Mädchen und kontrollierte jeweils die Ausweise und die Klassenlisten. Nach einer Taschenkontrolle und einem Metalldetektor durften wir in das eigentliche Bundestagsgebäude hinein. Von einer Angestellten wurden wir zum Sitzungssaal des Verkehrsausschusses geführt. Viele waren von den Glaswänden um die Treppen herum begeistert, da man den nun tobenden Regenguss gut sehen konnte. Im Hörsaal angekommen, wurden wir mit den zwei anderen Klassen vereint. Wir erhielten eine Tasche mit dem Bundestagslogo und einem vielversprechenden Inhalt in Form eines Grundgesetzes, eines Pins und weiterer Andenken. Nach einem Gruß von Seiten der im Bundestag tätigen SPD-Politikerin Kirsten Lühmann stellten wir uns für ein Foto auf. Daraufhin eröffnete Frau Lühmann eine Fragerunde, in der sie die unterschiedlichsten Fragen von ihrer Meinung zu Trump bis hin zum Alltag im Bundestag beantwortete. Nach der Fragerunde wurden die Klassen getrennt, um jeweils eine Tour durch den Bundestag zu starten.

Als Erstes stiegen wir in den Keller, um dort den Teil eines Tunnels, der noch vom Reichstagsbrand 1933 übrig geblieben war, zu betrachten. Dann gingen wir weiter und sahen uns die Bundestagskapelle an. Bemerkenswert ist, dass diese als ruhiger Zufluchtsort für Anhänger aller Religionen (und auch Atheisten) genutzt werden kann. Danach sahen wir uns das noch von den sowjetischen Soldaten nach der Eroberung Berlins zum Ende des Zweiten Weltkriegs geschaffene und erhaltene Graffiti an. Anschließend erstiegen wir die Treppe zum Obergeschoss und befanden uns auf der Fraktionsebene und über dem Saal für Plenarsitzungen. Viele schauten hinunter und beobachteten die sich dort versammelnden Politiker. Der große Plenarsaal war ziemlich eindrucksvoll, da viele den Plenarsaal zuvor nur von Bildern aus dem Politikunterricht kannten. Im Obergeschoss sahen wir auch die neue Familienministerin Katarina Barley, umschwärmt von Journalisten.

Und dann, nach einer kurzen Taschenkontrolle gingen wir auf das Dach. Dort hatten wir Zeit, um auf die Kuppel zu gehen oder einfach nur die Aussicht auf Berlin zu genießen. Dies war auch die letzte Station unserer Tour durch den Bundestag und wir verließen das eindrucksvolle Gebäude, diesmal durch den Haupteingang.

Nun hatten wir noch ein wenig Freizeit, bis wir von unserem Bus abgeholt wurden. Um ungefähr 16.30 stiegen wir in den Bus und kamen kurz vor neun in Celle an. Vielen von uns hat vor allem die Fragerunde mit Kirsten Lühmann gefallen, da man Politik hautnah erleben konnte. Auch gefiel den meisten die Tour durch den Bundestag, da das Gebäude mit seinen Kunstwerken und der Innenarchitektur allein einen Besuch wert war. Alles in allem war der Tagesausflug nach Berlin, auch wenn ein wenig kurz, sehr informativ und hat vielen von uns sehr gefallen.

Vera Dashevskiy, Klasse 10b