Am 20.10. machte sich eine kleine Gruppe von Schülern des Matheleistungskurses und ihren Lehrern Frau Meyer und Herr Zink auf den Weg nach München. Schon am Freitag davor wurde wild beraten, wann man denn ankommen würde, da ja der Bahnstreik Verspätungen nach sich ziehen würde. Mit dieser Vermutung sollten wir auch recht behalten, planmäßig hätten wir zwei Stunden auf unseren Anschlusszug warten müssen, aber da wir ja Smartphones, informierte Lehrer und ein bisschen Erfahrung mit solchen Szenarien haben, hüpften wir schnurstracks in eine S-Bahn, mit komisch fremd klingenden Ansagen (bayrisch mit den Lautsprechern der DB gemischt ist noch schwerer zu verstehen) und erreichten kurze Zeit später München.

Mit bester Laune und unserem Gepäck machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Da man beim Ziehen, Tragen und Schleppen ganz schön ins Schwitzen kam, hatten wir beste Hoffnung, dass unsere Wünsche nach einer sonnigen, warmen Oktoberwoche in Erfüllung gehen würden.

Es sollte aber nun doch anders kommen.

Eine Fahrradtour durch München am Dienstag? Wohl eher: Wir schwimmen vorbei an der Marienkirche hin zum Touristencenter und einmal über den Viktualienmarkt zu den Fahrrädern. Am Ende wurde unser Mut, etwas angefeuchtet quer durch München zu radeln, belohnt, und die Tour durch den Englischen Garten erfolgte bei herrlichem Sonnenschein, sodass man gerne noch ein paar Minuten länger bei der Welle mitten in München geblieben wäre und die Surfer bei ihren Übungen bestaunt hätte.

Pinakothek der Moderne oder auch: Warum können zwei Stecknadeln in einem Glasrahmen Kunst sein? Nach diesem sehr eindrucksvollen Erlebnis am Mittwochmorgen ging es auf zum Olympiapark, dem eigentlichen Höhepunkt unserer Kursfahrt. Aber auch hier war Petrus nicht so wirklich unser Freund… Etwas durchgepustet und mal wieder nass kamen wir am ersehnten Zeltdach an, auf dem wir eigentlich eine Tour gebucht hatten. Das hieße, oben gesichert drauf lang spazieren und zum Abschluss sich abseilen lassen. Hieße! Denn auch hier kam eine Viertelstunde vorher der verhängnisvolle Anruf. Die Tour wurde abgesagt, es gab also eine Führung im Olympiastadion und eine Runde Tischfußball am Kicker für 22 Mann. Auch wenn wir gerade so 15 waren, entstand irgendwie bei viel Spaß und großem Ehrgeiz doch ein Unentschieden.

Den Abschluss der Woche sollten noch das Deutsche Museum, welches „jeder ,der mal in München war, gesehen haben muss“, und der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau bilden, welcher im Zeichen der Erinnerungskultur stand.

Wir alle kannten das KZ Bergen-Belsen aus dem Geschichtsunterricht der 10. Klasse. So hatten wir vorab den Eindruck, wir würden das alles schon kennen. Dies erwies sich aber als Trugschluss. In Dachau stehen noch sämtliche Wirtschaftsgebäude, sowie zwei Baracken und zuletzt auch das Krematorium mit Gaskammer, was das Leben im KZ plastischer darstellt, ein besseres Einfühlen ermöglichte und das bedrückende Gefühl verstärkte, welches man ohnehin beim Besuch eines KZs verspürt.

Die Rückfahrt wurde mit gemischten Gefühlen angetreten. Auch wenn das Wetter nicht wie gewünscht gewesen war, wäre man dennoch gerne etwas länger geblieben.

Wir bedanken uns bei Frau Meyer und Herrn Zink für eine erlebnis- und erfahrungsreiche Woche und wissen es zu schätzen, vielleicht der letzte Jahrgang zu sein, der dies noch genießen durfte.