Es ist eigentlich ein ganz normaler Donnerstagmorgen. Doch wir stehen am Hamburger Flughafen und warten auf unsere Austauschpartner. Natürlich haben wir bereits mit unseren Partnern geschrieben und uns ein wenig kennengelernt. Gesehen haben wir uns allerdings noch nicht. Die Vorfreude ist sehr groß. Die Türen des Sicherheitsbereichs gehen auf und zu, die Spannung steigt und wir halten Ausschau nach unseren Partnern.

Den Moment, als sie herauskamen, werde ich nie vergessen. So ruhig man auch gewesen sein mag, in dem Moment änderte sich alles. Das Adrenalin schoss einem durch den Körper. So kam es dann zum ersten Aufeinandertreffen und zur Heimfahrt in Richtung Celle mit dem Zug. Zu Hause angekommen, fühlte es sich zuerst völlig merkwürdig an. Das Besondere bei mir jedoch war, dass ich keinen Austauschpartner, sondern eine Austauschpartnerin bekam, da das Verhältnis von Jungs und Mädchen nicht aufging. Schlimm fand ich das nicht, ganz im Gegenteil! Im Laufe des Tages lernten wir uns besser kennen, wir trafen uns mit den anderen Gastgebern sowie deren Gästen und unternahmen etwas gemeinsam. An zwei Tagen arbeiteten wir an unserem gemeinsamen Projekt in der Schule. Das brisante Thema (Berichterstattung aus russischer und deutscher Sicht) brachte uns glücklicherweise nicht auf Distanz zueinander, da wir das Ganze dann doch nicht so ernst nahmen. Um sich mit diesen komplexem Thema auseinanderzusetzen, benötigt man auch mehr als nur zwei Unterrichtstage. An das Projekt schloss sich ein Besuch in der Spiegel-Redaktion in Hamburg an, wo wir uns mit einem erfahrenen Redakteur austauschen konnten, welcher überraschenderweise mal nicht nur stur den Standpunkt der westlichen Medien propagierte. Die Stadt Hamburg sahen wir uns natürlich auch an. Das Interesse an Souvenirs sowie anderen Dingen war natürlich groß, sodass unsere kleine Gruppe viel Zeit in der Europa-Passage verbrachte. Wenn eine Gruppe auf eine andere traf, dann bei McDonald’s. Klingt komisch, war jedoch so. Es stellte sich nämlich heraus, dass unsere Partner gerne zu McDonald’s gehen. Von unserem, für sie unbekannten, Warensortiment sowohl bei McDonald’s als auch in anderen Läden waren sie überrascht. Das begründete auch deren Shoppinglust. Natürlich stand auch ein Besuch Hannovers an. Die Besichtigung der Stadt und der Herrenhäuser Gärten waren fest eingeplant. Die verbliebene Zeit vertrieben wir uns in der City. Der Sonntag stand den Familien frei zur freien Verfügung. Alle Gastgeber aus Unterlüß, zu denen auch ich zähle, fuhren nach Wolfsburg ins Phaeno. Dort verbrachten wir gemeinsam einen schönen Tag. Die meisten Abende, nach Abschluss des eigentlichen Programms, verbrachten wir in der Celler Innenstadt, saßen z.B. in einer Pizzeria oder wir gingen zusammen spazieren. Die Woche verging wie im Flug. Wir hatten uns bereits alle sehr gut kennengelernt und verstanden uns prächtig. Umso schwerer fiel der Abschied am Flughafen. Wir konnten uns nicht mehr einfach so wieder trennen. Es gab viele Umarmungen und natürlich wurden auch Tränen vergossen. Ich bin sehr froh, an diesem Austausch teilgenommen zu haben, und freue mich noch mehr auf ein baldiges Wiedersehen mit unseren neuen Freunden aus St. Petersburg. Bis dahin bleibt uns immerhin die Kommunikation per Internet.

Daniel Wilms