Die Stadtkirche ist gut gefüllt. Viele Schülerinnen und Schüler sind gekommen, um zu hören und zu sehen, was ihre Mitschülerinnen und Mitschüler für den Gottesdienst zum Reformationstag vorbereitet haben. „Süß, nicht sauer! Gute Worte gegen den Grusel!“ so lautet die Überschrift, die die Achtklässler für den Gottesdienst ausgewählt haben. Mehrere Wochen haben sich die beiden evangelischen Religionskurse unter der Leitung von Schulpastorin Anke Heger und ihrer Kollegin Julia Grote mit Luther und seiner Botschaft auseinandergesetzt. Wie gut sie zur Kernbotschaft durchgedrungen sind, wird sehr gut im Anspiel der Jugendlichen deutlich:

Drei Jugendliche sind in ihren Halloween-Kostümen unterwegs. „Trick or treat“ – „Süßes oder Saures“ ist der klassische Slogan an jedem Haus. Aber auch beim Pastor klingeln? Der könnte dies nicht lustig finden, wo doch auch Reformationstag ist…! In einer modernen Gesprächsszene, in der die Jugendlichen wissen wollen, was Reformation denn heute noch bedeutet,  werden immer wieder historische Blitzlichter gesetzt, in denen Luther zu Wort kommt. Er muss sich gegen Anfechtungen und Stimmen des Zweifels zur Wehr setzen. Hier helfen ihm die „guten Worte der Bibel“ gegen den „Grusel“ seiner Zeit.

Ach ja, und die Frage, ob Luther, würde er heute leben, wohl ein Smartphone nutzen würde, wurde von den Jugendlichen auch eindeutig mit „Ja“ beantwortet … Schließlich hatte die Erfindung des Buchdrucks in Sachen Mediennutzung einen ähnlichen Effekt wie heute das Internet, oder?  Wie so ein Chatverlauf mit Martin Luther aussehen könnte, wurde den Gottesdienstbesuchern auch gleich anschaulich präsentiert!

Und dass jedes „gute Wort“ auch immer „gute Nahrung“ bedeutet, wurde jedem, der wollte, am Ausgang noch einmal mit auf den Weg gegeben: mit einem „Reformationsbrötchen“ in der Form der „Lutherrose“.

Eine gelungener Schulgottesdienst, – von Jugendlichen für Jugendliche -, in dem durch die gute Vorbereitung und hohe Präsenz der Mitwirkenden einiges bei den Besuchern hängen bleiben wird…!

                                                                                                                                                              A. Meyer-Bothling