Am 27.4. fanden sich Mitglieder unserer Slam-Poetry-AG in der Menschenschlange vor „Kunst & Bühne“ ein, um nach dem Jugend-Slam in Hannover im letzten Jahr nun auch in der Heimatstadt Celle einem Wettkampf der Texteschreiber beizuwohnen. Besonders „wohnlich“ war es wirklich am Veranstaltungsort, denn nach kürzester Zeit waren der kleine Bühnenraum und auch der Barbereich von „Kunst und Bühne“ am Nordwall 46 vollgestopft mit jungen und älteren Menschen, die beim 2.  Celler Slam „Angeprangert!“ dabei sein wollten.

Acht  „Poeten“ aus ganz Deutschland (unter anderem Chemnitz und Rotenburg) gaben sich bei Moderatorin und Slammerin Jessy James LaFleur die Klinke in die Hand und begeisterten mit manchmal nachdenklich stimmenden und manchmal lustigen Texte und manchmal mit solchen dazwischen.

Ob aus Sicht einer Möwe der Umgang der Menschen mit ihrer Welt kritisch betrachtet, das Urlaubsverhalten und die Dokumentation auf Facebook auf die Schippe genommen oder Joggen in Celle mit all seinen Schwierigkeiten genauer beschrieben, die Slam-Poetry-AG diskutierte nach jedem Beitrag heftig, ob die Bewertungen der Publikumsjury gerechtfertigt war.

Nach der ersten Runde setzten sich vier Slammer mit zum Teil gleicher Punktzahl durch, die in Runde 2 jeweils einen zweiten Text vortragen mussten, um um den Sieg zu kämpfen. In der Pause nahm die Moderatorin Jesse James LaFleur Kontakt zu unserer AG auf und freute sich, dass Slam-Poetry auch in den Schulen an Boden gut macht, so dass viele Nachwuchs-Poeten in Celle zu erwarten sind. Sie räumte den AG-Mitgliedern ebenfalls Plätze bei den nächsten Slams ein, denn – so Jesse „für Celler haben wir immer einen Startplatz frei.“

Von den zwei Celler Slammern, die angetreten waren, hatte sich auch Elena Wolter (16) für die Finalrunde mit ihrem Dankestext an ihre Eltern qualifiziert – punktgleich mit Conni Fauck, die nun in ihrem zweiten Text über die Probleme der Frauen mit der Periode sinnierte. Des Weiteren konnten die Zuhörer mit dem Chemnitzer Erik Leichter herzhaft über die angeblich mafiösen Strukturen in der Reihe der Rentner lachen und schmunzeln sowie durch die Text von Danny Koch über einen früh verstorbenen Mitschüler über die richtige Lebensweise nachdenken. Am Ende siegte jedoch Elena Wolter zusammen mit Erik Leichter, da das Publikum sich nicht zwischen beiden entscheiden konnte.

Die AG-Mitglieder durften sich über einen kleinen Rabatt freuen, denn ein Teil des Eintrittsgeldes wurde aus der AG-Kasse bezahlt, die durch den Verkauf des AG-Textheftes im letzten Jahr angefüllt worden war. Herzlichen Dank an all unsere Käufer!

Jesse James LaFleur trat später übrigens noch in Kontakt mit der AG-Leitung und ließ Schülerinnen für den Oktober-Slam aufstellen. Außerdem besteht der Plan, im Schuljahr 2016/17 einen Poetry-Slam-Workshop am Hölty-Gymnasium durchzuführen und eventuell einen U20-Slam zu organisieren, wo doch in 2017 das Finale der Niedersächsischen und Bremer Jugendmeisterschaften in Celle ausgetragen wird. Wir freuen uns schon darauf und auch auf neue Mitglieder für unsere AG im neuen Schuljahr!

                                                                                                                                                             Carmen Eisner