Wittener Schauspielgruppe zeigt beeindruckendes Stück über den folgenreichen Absturz in die virtuelle Welt

Am 1. November hatte das Hölty besonderen Besuch im Theatersaal. Für den gesamten 7. Jahrgang führten vier Schauspieler*innen das eigens geschriebene Jugendstück „Philotes“ in zwei Durchgängen auf. „Philotes“, (Göttin der Freundschaft aus der griechischen Mythologie) ist der Titel des zeitaufwändigen Games, das die Hauptdarstellerin Emmy nach und nach von der Realität entfremdet-mit all den negativen Folgen. Müde und unkonzentriert verliert sie den Anschluss in der Schule, ihrer Mutter gegenüber wird sie aggressiv und für ihren besten Kumpel ist sie nicht da, als er sie dringend braucht. Letztlich dreht sich Emmys Leben nur noch um die virtuelle Welt, die sie aber nicht glücklich macht, sondern einsam und stressig. Am Ende drohen Mutter und Freunde, sich von ihr zu trennen, so dass die Protagonistin zum Nachdenken gezwungen wird. Die Freundin Lara bringt es auf den Punkt: „Das Leben ist ein viel besseres Spiel“

Während der Aufführung  haben es die Schauspieler*innen verstanden, die Zuschauer*innen in das Geschehen einzubeziehen, was die jungen Leute nutzten, um sich kritisch mit Handlungen und Lösungsansätzen auseinanderzusetzen. In einem Nachgespräch gingen die Akteure noch auf Fragen z.B zu Inhalten und zur Entstehungsgeschichte des Theaterstückes ein.

Die große Herausforderung für junge Menschen ist es, die schmale Grenze zwischen Vergnügen und Spielsucht immer wieder neu zu erkennen bzw. zu definieren, um nicht irgendwann dem Kontrollverlust zu erliegen. Die Zahlen sind leider nicht ermutigend: 2019 wurden 144.000 Jugendliche als online-spielsüchtig registriert, in diesem Jahr waren es bereits 219.000. Dabei dürfte die Dunkelziffer deutlich höhere Zahlen schreiben und das Jahr ist noch nicht beendet. In Deutschland schießen Kliniken für Online-Spielsüchtige wie Pilze aus dem Boden.

Vor diesem Hintergrund ist es für unsere Schule ein wichtiges Anliegen, diese vom Landkreis Celle finanziell unterstützte Aufführung im Rahmen des bestehenden Präventionsprogrammes zu einem weiteren festen Bestandteil zu machen. Denn das Hölty-Gymnasium versteht sich nicht nur als Lernort für Mathe bis Musik, sondern auch als Lebensschule.                                                                                     

Christin Benedict