Am Tage des Starts des deutschen Astronauten Alexander Gerst zur ISS (28.05.2014) sind wir, Kenan Helms, Henrik Bartsch, Robert Leineweber und Gedeon Schulze aus der 10b, zusammen mit unserem Physiklehrer Holger Bach nach Bremen zum School_Lab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefahren, um an der Verkündung der drei besten eingereichten Experimentvorschläge an dem Wettbewerb „Schwerelosigkeit: Verblüffende Effekte“ teilzunehmen.
Seit einigen Wochen haben wir für dieses Projekt nach Schulschluss geforscht und entwickelt. Hierfür haben wir an der Feuertreppe des naturwissenschaftlichen Traktes unserer Schule eine Vorrichtung gebaut, die es uns ermöglichen sollte, Schwerelosigkeit für etwa eine Sekunde zu erzeugen. Sie erwies sich letzten Endes als noch nicht ausgereift. Nach mehrmaligen Treffen und Sammeln von Ideen haben wir uns dann für einen Versuch entschieden, der das Verhalten von einem Kreisel bei Mikrogravitation aufzeigt. Die Mikrogravitation bezeichnet den Zustand des nahezu freien Falls, also von annähernder Schwerelosigkeit. Setzt man einen Kreisel schräg auf eine Unterlage, dann bewegt sich das obere Ende der Achse auf einem Kreis. Das nennt man Präzession. „Tritt die Präzession auch auf, wenn der Kreisel schwerelos ist?“ Dies wollten wir in unserem Experiment klären. Dazu stellten wir den Kreisel schräg in eine Box von der Größe eines Schuhkartons und filmten ihn mit einer Kamera während des freien Falls aus 2-3 Meter Höhe. Die Kamera war in der Box befestigt und fiel mit dem Kreisel nach unten. Die Auswertung des Films ergab, dass die Präzession während der Schwerelosigkeit nicht mehr vorhanden ist. Diese Erkenntnisse reichten wir zusammen mit dem Film beim Schwerelosigkeit-Wettbewerb ein.
Und dann war es am 28.05.2014 so weit, als zur Verkündigung der drei besten eingereichten Experimentvorschläge nach Bremen geladen wurde. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Vortrag über den deutschen Astronauten Alexander Gerst begann die Siegerehrung. Und tatsächlich wurde unser Experiment unter die drei besten Vorschläge gewählt und wir bekommen nun die Möglichkeit, unseren Vorschlag mit Unterstützung des DLR_School_Lab Bremen, der ZARM Fallturmbetriebsgesellschaft und des Hackerspace Bremen e.V. im Space Tower professionell aufzubereiten.
Somit geht es für uns, als einer der drei Gewinner des Schwerelosigkeit-Wettbewerbes, weiter und alle Besucher des DLR_School_Labs in Bremen haben die Möglichkeit, unser Experiment ab Oktober diesen Jahres im Space Tower in Bremen fliegen zu sehen. Der Space Tower im School-Lab ist der kleine Bruder des großen Bremer Fallturms. Des Weiteren erfolgt gegen Ende des Jahres die feierliche Preisverleihung, bei der unter den Finalteilnehmern das Preisgeld von insgesamt 2500 € verteilt wird.
Bei genauer Reflexion bereitet dieses Projekt sehr viel Spaß. Man entwickelt einen gewissen Ehrgeiz für dieses Projekt und es ist ein sehr schöner und angenehmer Ausgleich zum Schulalltag. Daher sind wir unserem Physiklehrer Herrn Bach für sein Engagement sehr dankbar, dass er uns bei diesem Projekt betreut und unterstützt.

Henrik Bartsch