Auch die insgesamt 18. Auflage des Kammermusikabends des Hölty-Gymnasiums hatte für die Ohren von Musikliebhabern wieder einmal viel zu bieten. Die jungen Höltymusiker, die in den vielen Musikgruppen der Schule oder in ihrer Freizeit ausgebildet werden, zeigten in kleiner Runde und gemütlicher Atmosphäre ihr Können und ihre Entwicklung als Solokünstler oder im Ensemble an verschiedensten Instrumenten. Vom Klavier über Gitarre bis zum Saxophon und Querflöte war alles dabei, aber auch die mitgebrachten Stücke kennzeichneten sich durch Stilvielfalt, sodass der Zuhörer einen bunten Abend erwarten konnte.

Den Einstieg machte Lily Waltersbacher aus der 5b am Klavier mit dem bekannten Stück „Memory“ von Andrew Lloyd Webber aus dem Musical „Cats“. Zu Beginn noch ein wenig nervös meisterte die junge Musikerin dieses Stück anschließend souverän. Sie sorgte mit ihrer musikalischen Darbietung dafür, dass man beim Konzert angekommen war.

Das Saxophonquartett Jennifer Kemlin, Malin Kempa und Esther Treptow aus der 6b, unterstützt von Musiklehrer Egon Ziesmann, der die kurzfristig ausgefallene Leonie Schimann ersetzte, knüpfte mit „Soul ballad“ und „Beetle Blues“ von Jacob de Haan nahtlos an die transportierte Stimmung an. Auch Laura Lehne im Duo mit Klarinettenlehrer Martin Pfister mit Anton Stadlers „Rondo Allegro“ und Micha Eilers mit einem Marsch von Dimitri Schostakowitsch standen den anderen Musikern in nichts nach.

Das instrumental anspruchsvolle Stück von Cees Hartog „Saudades brasilieiras“ bereitete Finja Heise an der Gitarre zwar kleinere technische Schwierigkeiten, war aber so gefühlsbetont gespielt, dass es unter die Haut ging. Da kam die etwas heitere „Humoresque“ von Anton Dvorak gerade recht, die von Carmen Albers an der Querflöte souverän gespielt wurde.

Einen Höhepunkt stellte der musikalische Beitrag von Marcel Büschel aus der 8a am Klavier dar. Ausdrucksstark und kraftvoll präsentierte er eine „Etude“ von Stephen Heller. Es war nicht Marcels erster Auftritt bei einem Kammermusikabend und seine stete Entwicklung ist augenscheinlich. Gekonnt und eindringlich stellte sich anschließend Janna Heise an der Klarinette mit der Klaviersonate a-moll KV 310 von Mozart vor, begleitet wiederum von Martin Pfister.

Zum Schluss spielten das Trio Micha, Elia und Ben Eilers in ungewöhnlicher Instrumentenkombination von Klavier, Querflöte und Baritonsaxophon überzeugend Bob Dylans „Knocking on Heaven’s Door“, bevor unvermutet als Zugabe Marcel Büschel am Klavier und Hannes Meyer an der Gitarre ein wenig Rock ’n‘ Roll-Gefühl mit „Boulevard of Broken Dreams“ von Green Day im Musikraum der Schule verbreiteten.

Abgerundet wurde das einstündige Konzert mit informativen Erzählungen zu Musikern und Stücken und humorvollen und belehrenden Gedichtvorträgen von Musiklehrer Burkhard Bertram, der Texte von Schulnamensgeber Ludwig Hölty und Barthold Heinrich Brockes zum Besten gab. Geleitet wurde der Abend ferner von Egon Ziesmann und Annika Weiß.

Michael Rücker