Am 7. Oktober 2018 bin ich als Fremdsprachenassistentin für Russisch nach Deutschland gekommen. Nach einer Tagung für alle FSA (Fremdsprachenassistenten) in Altenberg kam ich nach Celle, um am Hölty-Gymnasium Russisch zu unterrichten. Jetzt, da meine Tätigkeit hier beendet ist, kann ich sicher sagen: das war eine der interessantesten Zeiten meines Lebens, sehr abwechslungsreich, eindrucksvoll, ganz neue Erfahrungen! In Deutschland war ich nicht zum ersten Mal; ich habe hier bereits während meines Studiums in Moskau zwei Austauschsemester verbracht, außerdem habe ich in Deutschland Freunde und bin hier gerne zum Besuch. Aber dieses Mal war alles für mich neu: ich habe hier noch nie gearbeitet und die Welt einer deutschen Schule war für mich neu. Ich habe in den Klassen 6-11 unterrichtet, wo ich verschiedene Aufgaben hatte: in manchen Teamteaching, in anderen habe ich selbstständig den Unterricht gehalten. Ich habe viel Erfahrung dank meiner Kolleginnen gesammelt und verschiedene Methoden kennengelernt, wie man Unterricht aufbauen kann. Vor allem war es für mich spannend, den Schülerinnen und Schülern Landeskunde und verschiedene Aspekte der russischen Kultur beizubringen. Besonders hat mir auch gefallen, die Schuletappe des Bundescups „Spielend Russisch lernen“ durchzuführen. Es war für mich sehr spannend, mir vielfältige Aufgaben für die Schüler und Schülerinnen auszudenken und zu erfahren, wie meine Muttersprache in Deutschland unterrichtet wird.

Viele Dinge am Hölty waren für mich ungewohnt und interessant. Zum Beispiel habe ich vorher immer gedacht, dass nur Anfänger in Deutschland Russisch lernen. Ich habe nicht gewusst, dass es so viele Kinder mit russischsprachigem Hintergrund gibt. Ich fand sehr nett, wie die Schule insgesamt aussieht: die Pfauen sind unglaublich schön! Die Stimmung ist auch sehr freundlich. Es ist toll, dass immer viele Veranstaltungen organisiert werden. An manchen habe ich sogar selbst teilgenommen: Theaterbesuche, Ausflüge (z.B. nach Gifhorn (Fotos), wo es eine wunderschöne orthodoxe Holzkirche gibt), der Tag der offenen Tür. Ich war beeindruckt, wie engagiert die Kinder sind – meine Schülerinnen und Schüler haben mir erzählt, wie viele AGs sie besuchen und an welchen Wettbewerben sie teilnehmen.

Ich hatte viele Tätigkeiten außer der Schule, was ich auch toll finde und was eigentlich auch das Ziel des PAD Programms einschließt: Deutschland besser kennenzulernen. Ich habe wirklich viele interessante Leute kennengelernt. Zuerst habe ich in Celle gewohnt, dann in Hannover, wo ich die Veranstaltungen der expats community besucht habe. Ich bin viel gereist: nach Berlin und Hamburg, die ich so gerne mag, auch in Niedersachsen (Göttingen, Hildesheim, Lüneburger Heide, Lüneburg), nach Rügen und nach Israel (was aus Deutschland eigentlich viel einfacher ist, als aus Russland, und diese Möglichkeit wollte ich auch nutzen!). Ich war im Kino und im Theater, habe bestimmt mehr neue Wörter auf Deutsch gelernt und bin mir sicher, dass mein Deutsch nach diesen 8 Monate besser geworden ist. Für so viele schöne Dinge, die ich erlebt habe, bin ich natürlich meinen Kolleginnen dankbar – ohne ihre Unterstützung wäre meine Zeit hier bestimmt anders gewesen. 

Ich freue mich über meine Tätigkeit am Hölty und bin mir sicher, dass diese Erfahrung sehr wichtig für meine zukünftige Laufbahn ist. Ich bedanke mich herzlich bei dem Kollegium und den Schülerinnen und Schülern für diese wunderschöne Zeit. Ich werde euch sehr gerne in Zukunft besuchen!