So wie in jedem Jahr fanden auch in der letzten Woche (18.3.-20.3.) die dreitägigen mathematisch-naturwissenschaftlichen (MN-)Projekttage für die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen statt. An diesen Tagen arbeiteten und forschten die Schüler wie Naturwissenschaftler in den Fächern Biologie, Chemie und Physik an verschiedenen Problemstellungen und mit unterschiedlichen Methoden.

Die Schüler erhielten an diesen drei Tagen einen genaueren Einblick in die naturwissenschaftlichen Fächer und die dortigen Arbeitsweisen, die über den normalen Unterricht hinausgingen. Ziel dieser Tage ist es, dass sich besonders interessierte und begabte Schüler für die Mathematisch-Naturwissenschaftliche-Klasse ab dem 7. Jahrgang, die am Hölty angeboten wird, anmelden.

In den drei Fächern wurden jeweils zwei dreistündige Projekte durchgeführt. Die Projekte in der Biologie behandelten in diesem Jahr das Leben im Wasser. Ein Projekt befasste sich mit der Anatomie der Fische. Nach einer theoretischen Einweisung haben die Schüler dort in kleinen Gruppen jeweils eine Forelle seziert und den anatomischen Aufbau von Fischen kennengelernt. Das zweite Biologieprojekt hatte die biologische Gewässergütebestimmung der Wietze zum Inhalt. Die Schüler haben alle Arten aus mehreren Wasserproben bestimmt. Anhand der Arten und deren Häufigkeit konnten sie Rückschlüsse auf die Gewässergüte der Wietze ziehen.

In den Chemieprojekten wurde mit Rotkohl und Cola experimentiert. Die Schülerinnen und Schüler haben sich in einem Projekt mit der Frage beschäftigt, warum eine Kohlsorte in Norddeutschland als „Rotkohl“ und in Süddeutschland als „Blaukohl“ bekannt ist. Anhand eines alltagsnahen Beispiels sollte sich so mit der naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise auseinandergesetzt werden. Ausgehend von einer Forschungsfrage (Unter welchen Bedingungen ist der Kohl rot und unter welchen ist er blau?) wurden Versuche durchgeführt, um die Frage zu beantworten. Nach der Durchführung der unterschiedlichen Versuche stellte Lukas fest: „Eigentlich müsste das Gemüse Buntkohl heißen. Je nach zugegebenem Stoff kann der Kohl ganz unterschiedliche Farben zeigen.“

Im zweiten Chemieprojekt haben die Schüler unbekannte Colaproben anhand ihrer chemischen Eigenschaften mit Coca-Cola Classic und Wasser verglichen und identifiziert. Dazu führten sie unterschiedliche Versuche zum Nachweis von Kohlenstoffdioxid, Zucker, Mineralsalzen sowie zur Bestimmung der Dichte und des pH-Wertes durch.

In einem Physikprojekt wurde der Weg von der „magnetischen Wirkung des Stromes“ eines vom Strom durchflossenen Leiters hin zum Elektromagneten behandelt. Anschließend wurde als Anwendung des Elektromagneten die Funktionsweise einer Klingel ergründet. Diese Erkenntnis wurde dann von den Schülerinnen und Schülern genutzt, um das Prinzip der Klingel mit einfachen Mitteln nachzubauen.

Das zweite Physikprojekt befasste sich mit der Wärmelehre. Hier haben die Schüler von einer Beobachtung ausgehend zunächst Hypothesen entwickelt, um die Beobachtung zu erklären. Abschließend haben sie ein Experiment geplant, mit dem sie ihre Hypothesen und Fragen beantworten konnten.

Während der Projekttage zeigten die 6. Klassen viel Engagement und Interesse. Diese Tage haben sich für alle Beteiligten gelohnt und es ist zu hoffen, dass im nächsten Jahr eine MN-Klasse zustandekommt.

                                                                                                                      Mathias Stapel