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Am 08. Oktober um 08.30 Uhr war es endlich so weit. Wir trafen uns in Hannover am Flughafen, gingen schnell durch die Sicherheitskontrolle und warteten dann auf den ersten Flug. Für einige der Mitreisenden war es der erste Flug in ihrem Leben. Der Flug nach Amsterdam ging schneller vorbei als gedacht und nach einem kurzen Aufenthalt im Nachbarland ging es weiter nach Málaga, wo wir schon von unserem Fahrer erwartet wurden. Wir fuhren dann zwei Stunden nach Granada. Endlich angekommen, wurden nur schnell die Koffer in die Zimmer gebracht und danach die Umgebung erkundet. An dem Abend ging es noch relativ früh ins Bett.

Am Montag waren wir zu Besuch in einer spanischen Schule, mit der Frau Siering schon länger in Kontakt ist. Wir konnten im Sportunterricht mitmachen und haben einige Informationen über die Alhambra erhalten, welche am Dienstag besichtigt wurde. Im Fußballspiel Alemania – España haben wir leider 0:1 verloren. Nachmittags gab es noch eine kleine Stadtführung, welche schöne kleine Ecken Granadas zum Vorschein brachte und die historische Wichtigkeit unterstrich: lange Zeit lebten hier Christen, Muslime und Juden friedlich zusammen, bis die katholischen Könige Fernando und Isabel die Stadt 1492 eroberten und die Stadt christianisierten.

Danach trafen wir uns mit einigen Schülerinnen, die wir am Morgen kennengelernt hatten und erledigte in Kleingruppen verschiedene Aufgaben. Während der gemeinsamen Zeit wurden auch unterschiedliche Sprachen gesprochen. Wir haben uns auf Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch unterhalten. Die Gruppe, die zuerst alle Aufgaben erledigt hatte, bekam eine Tüte Esskastanien, die Frau Dittrich besonders liebt. Der Abend wurde in Kleingruppen verbracht.

Am Dienstag waren wir dann in der Alhambra, einer mittelalterlichen Festung, in Begleitung einiger Schüler und deren Lehrer. Der Weg dorthin war jedoch steiler und anstrengender als gedacht. Aber es hat sich gelohnt, denn die Aussicht war einfach fantastisch. Wir haben eine private informative Führung von Antonio, dem Schulleiter vom IES Vega de Atarfe (by the way: alle älteren spanischen Männer hießen Antonio) bekommen und konnten viele Eindrücke sammeln. Die Alhambra hat sich im Laufe ihrer Entstehung viel verändert, was auch an den Gebäuden zu erkennen ist. So haben vor allem die muslimischen und christlichen Herrscher mit gewaltigen Palästen ihre Macht demonstriert. Auch Karl V. hat hier einen Palast bauen lassen. Nachmittags wurde, wie es in Spanien so üblich ist eine Siesta gemacht. Gegen Abend haben wir uns die Kathedrale angeguckt und danach hat Frau Siering uns in das Studentenviertel geführt, in dem wir den Abend mit vielen Tapas und lustigen, aber auch ernsten Gesprächen ausklingen lassen haben

Mittwochmorgen ging es recht früh los, da wir mit dem besten Busfahrer Spaniens – Antonio – nach Málaga gefahren sind. Nach zwei Stunden Fahrt und einigen kleinen Problemen mit zu engen Straßen sind wir in Richtung Caminito del Rey, einem Wanderweg auf 105m, gegangen. Nach dieser kleinen Wanderung ging es aber erst richtig los. Wir haben alle einen Helm bekommen und eine kleine Sicherheitseinführung. Danach konnten wir die Schlucht entlang wandern. Phänomenale Aussichten prägten diesen Weg. Das Highlight war die Hängebrücke, wo einigen gestandenen Männern doch gehörig die Knie schlotterten. Mit etwas Gruppendruck war die Überquerung aber für uns alle möglich. Nach der anstrengenden Wanderung ging es noch in die Stadt Málaga und an den Strand. Später holte Antonio uns wieder ab. Eigentlich waren wir alle schon müde, doch als der Hit „I Want to Break Free“ und „Bohemian Rapsody“ von Queen losging, musste einfach mitgesungen werden. Die Rückfahrt entpuppte sich als eine coole Fahrt in einem Partybus, in dem zwei Stunden lang laut Lieder gesungen wurden und Antonios USB-Stick immer neue Kracher für uns bereithielt. Der Abend wurde entspannt in Granada verbracht und am

Donnerstag konnten wir etwas ausschlafen.

Wir hatten tagsüber viel Freizeit und konnten noch Souvenirs und andere Andenken besorgen. Zwischenzeitlich sind wir immer wieder an einer Parade vorbeigekommen, denn am 12. Oktober ist spanischer Nationalfeiertag, der „Día de la Hispanidad“. Früher wurde an diesem Tag Kolumbus Ankunft in den Amerikas gefeiert, heute eher die Vielfältigkeit der spanischsprachigen Welt. Die imposante Parade war auch am Abend noch zu verfolgen. Wir lauschten den Musikern, da die Klänge sehr beeindruckend waren. Danach gingen wir alle zusammen noch einmal den steilen Weg auf die Alhambra rauf, um einen wunderschönen Sonnenuntergang zu betrachten. Im Hostel angekommen, wurden die ersten Koffer gepackt und einige verbrachten die letzten Stunden auf der Dachterrasse. Denn schließlich sollte es um zwei Uhr nachts Richtung Heimat gehen. Doch dann kam der Schock.

Gegen Mitternacht bekamen wir die Nachricht, dass unser erster Flug nach Paris ausfallen würde. Trotzdem fuhren wir wie geplant um 02:00 Uhr nach Málaga und Frau Siering und Frau Dittrich versuchten alles Mögliche, damit wir alle nach Hause kommen. Neue Flüge für 21 Personen zu bekommen, war nicht ganz leicht. Am Ende waren es fünf Reisegruppen, die über die unterschiedlichsten Wege nach Hause gekommen sind: Team Madrid – Paris 1, Madrid – Paris 2, Wien, Frankfurt und Zürich. Es gab eine Zweiergruppe, eine Dreiergruppe, eine Fünfergruppe, eine Gruppe mit elf Leuten und ein Schüler musste allein fliegen. Die langen Wartezeiten wurden mit dem Preisvergleich von Kaffeespezialitäten europäischer Großstadtflughäfen und langen Siestas überbrückt. Am Ende sind zum Glück alle wieder heile angekommen, auch wenn die Dreiergruppe noch eine Nacht in Frankfurt verbracht hat.

An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an Frau Siering und an Frau Dittrich für diese unvergessliche Studienfahrt, welche nicht nur gut geplant, sondern auch sehr gut umgesetzt wurde.

Text: Kira Kramer (Jg. 13), Fotos: Marleen Siering und Christina Dittrich