Berufsorientierung mal anders! In diesem Jahr besuchte uns Ute Becker, Professorin für Gesang mit Schwerpunkt Jazz/Rock/Pop an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (kurz: HMTMH), mit drei ihrer Gesangsstudierenden. Den Weg nach Celle haben die Vier angetreten um Werbung für ihren Studiengang FüBa, den sogenannten Fächerübergreifenden Bachelor zu machen. Der FüBa ist neben dem anschließenden Masterstudiengang ein Teil des Studiums welches in Deutschland nötig ist, um später einmal Lehrer*in zu werden. Er ist aber nicht ausschließlich darauf ausgerichtet, sondern es ergeben sich durch die breite Ausbildung im Bereich Musik viele Möglichkeiten in einem späteren Berufsleben.

Alle drei haben natürlich das Fach Musik. Während Jasper und Samuel als zweites Fach Sport bzw. Politik an der Leibnizuniversität studieren, wählte Hanna einen anderen Studiengang und entschied sich für elementare Musikpädagogik.

Deutlich spürbar war bei allen die Begeisterung für ihre Wahl, die sie nach dem Abitur getroffen haben. Auch Samuel – der zuvor noch eine medizinische Ausbildung gemacht und dann gemerkt hat, dass er sich nicht vorstellen konnte, diesen Beruf bis zum Ruhestand auszuüben – ist voll und ganz überzeugt, dass der Wechsel zum Musikstudium die richtige Wahl war. „Man lernt einfach so viele Menschen kennen, mit denen man zusammen Projekte hat und tolle Sachen erlebt.“

Auch die Ängste vor diesem Studium und der damit verbundenen Aufnahmeprüfung wollten die vier den 27 interessierten Schülerinnen und Schülern des Hölty und KAV nehmen. Die Anmeldezahlen seien in den letzten Jahren leider immer weiter zurückgegangen. Doch das böte vor allem den Interessierten gute Chancen ein solches Studium beginnen zu können, da damit auch die Anforderungen der Aufnahmeprüfungen gesunken seien. Denn es sei gar nicht nötig, schon bei der Aufnahmeprüfung alles perfekt zu beherrschen, auch wenn natürlich gewisse Grundfähigkeiten auf den Instrumenten (Klavier und Gesang sind gesetzt, ein weiteres Instrument kommt hinzu), Musiktheorie und Gehörbildung beherrscht werden müssen. Vieles lerne man im Studium aber erst so richtig, so die drei. Das Wichtigste sei, dass man Spaß am Musikmachen habe. „Wenn ihr ein Instrument beherrscht und Bock darauf habt, macht was draus und probiert es einfach“, so Hanna begeistert.

Neben dem informativen Input sowie einer offenen Fragerunde in lockerer Atmosphäre, gaben die Besucher*innen als besonderes „Highlight“ Einblicke in ihr erarbeitetes Gesangsrepertoire, was mit kräftigem Applaus der Schüler*innen honoriert wurde. Begleiten taten sie sich dabei selbst an Klavier, Gitarre und Bass.

Joschua Claassen